Beiträge

Gemeinsam Arbeitsplätze sichern durch kluges Einkaufen (Teil 2)

Einen Beitrag leisten heißt aktuell für viele Verzicht üben, etwa durch Einschränkung der sozialen Kontakte – Abstand ist Ausdruck der Fürsorge. Seinen Beitrag leisten kann man jedoch auch aktiv bei seinen Konsumentscheidungen, nämlich durch ein solidarisches Handeln mit den heimischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Die Milliarden an Hilfspaketen, welche zur Stützung der Unternehmen bereitgestellt werden, sind an die Erwartung, Arbeitsplätze zu erhalten, geknüpft, dies ist aber keine automatische Jobgarantie. Ein Schutz vor Kündigung besteht der unternehmerischen Logik zufolge erst dann, wenn Unternehmen unmittelbar oder in der planbaren Zukunft erwarten, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch zu benötigen. Dies ist eine Erwartung hinsichtlich der zukünftigen Auftragslage und somit direkt von den beobachteten Konsumentscheidungen abhängig. Jeder Einzelne kann hier ein Signal senden!

Eigenverantwortlich solidarische Handlungen setzen

Der Logik der Bedürfnispyramide nach Maslow zufolge werden Defizitbedürfnisse zuerst befriedigt, gutes Krisenmanagement ist hier essenziell für eine rasche Normalisierung. Für den Einzelnen stehen hier pragmatische Lösungen im Vordergrund – diese müssen einfach und gefahrlos sein: Als Beispiele können hier der Lieferservice von Apotheken, welche besonders zur Versorgung von ältere Menschen beitragen, oder der Lieferservice von großen Handelsketten wie REWE und Spar genannt werden.

Sind die grundlegenden Bedürfnisse erst befriedigt, wird der Einzelne auch kompromissbereit sein, das heißt, mit Kopf und Herz die Besorgungen machen. Wem etwa zu Hause der Lesenachschub ausgeht, der muss nicht den ersten Vorschlag auf Amazon nehmen, sondern kann sich auch telefonisch durch Buchhändler mit fachkundiger Auskunft unterstützen lassen und dort bestellen.

Initiativen wie von der Bloggerin Nunu Kaller sammeln Links kleinerer Unternehmen aus Österreich mit Onlineangebot. Von Möbeln über Kleidung, Schmuck bis zu Woll- und Stoffwaren sind die unterschiedlichsten Branchen vertreten – freilich auch etliche Buchgeschäfte. Ziel sei, so Kaller auf ihrer Website, lokale Unternehmen zu unterstützen – ein Blick lohnt sich.

Die gegenwärtige Situation kann auch als eine Phase des verordneten Mangels interpretiert werden, womit man automatisch an die im Idealfall umweltfreundliche Sharing Economy denken muss. Denn nicht immer muss es ein Kauf sein, so bieten die Büchereien Wien in der „Virtuellen Bücherei“ rund 60.000 digitale Medien an, darunter neben E-Books auch elektronische Zeitungen und Hörbücher.

Es gibt bereits zahlreiche Initiativen und viele werden folgen, weshalb an dieser Stelle auf eine Auflistung verzichtet wird und die Leserin/der Leser motiviert sein soll, sich selbständig und eigenverantwortlich zu informieren, denn gemeinsam können wir unsere Zukunft gestalten.

Mathias

Die Digitalisierung in Zeiten von COVID-19 (Teil 2)

Firmen stellen Lizenzen kostenlos zur Verfügung

Viele nationale und internationale Firmen reagieren auf die Coronakrise und stellen Software gratis zur Verfügung. So bietet zum Beispiel Microsoft seine Kommunikationsplattform «Teams» kostenfrei an und auch «Google Hangouts» kann derzeit ohne Gebühr genutzt werden. Durch diese Tools ist die Kommunikation unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern digital möglich. Beide Plattformen bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten und sind einfach zu bedienen. Außerdem finden sich auf YouTube zahlreiche Tutorials für diese Kommunikationstools. Weitere bekannte Tools für die Onlinemeetings sind zoom.us, Cisco WebEx Meeting oder Skype. Eine gute Übersicht findet man unter https://www.littlebit.at/video-conferencing/software.php. Ich möchte hier keine App besonders hervorheben. Machen Sie sich selbst ein Bild, welche App am besten auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Lernen mit Hilfe von Digitalisierung

Distance Learning bedeutet im Prinzip nur, dass der Unterricht nicht mehr am Campus stattfindet, sondern stattdessen mit modernen technischen Hilfsmitteln, wie eben Online Meeting Tools, Online-Plattformen oder ganz simpel über E-Mail. stattfindet. Hier können wieder die oben angeführten Meeting Tools verwendet werden. Zusätzlich können auch Lernplattformen eingesetzt werden. Ein sehr interessantes Tool, wie Lehrerinnen und Lehrer ihren Schülerinnen und Schülern die Inhalte spielerisch vermitteln und sie auch abprüfen können, ist die österreichische Lern-App eSquirell (https://www.esquirrel.at/). Auch diese App wird für die Zeit der Schulschließung kostenfrei zur Verfügung gestellt. Eine weitere Lern-App, in der Sie auch österreichische Schulen auswählen können, ist die Anton App aus Deutschland (https://anton.app/de/). Sie bietet Aufgaben zu den Themen Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Biologie und Deutsch als Fremdsprache. Außerdem gibt es eine Reihe von interessanten Podcasts, die den Studierenden sowie den Schülerinnen und Schülern Lehrinhalte altersgemäß vermitteln. Eine Liste von wissenschaftlichen Podcasts finden Sie unter https://wissenschaftspodcasts.de/podcasts/. Einen Podcast für alle Wissbegierigen ab 7 Jahren möchte ich euch hier besonders empfehlen: Schlaulicht (https://wissenschaftspodcasts.de/podcasts/schlaulicht/) bereitet Themen aus den Kategorien Naturwissenschaften, Geschichte, Gesellschaft sowie Unterhaltung/Edutainment kindergerecht auf. So macht Lernen Spaß.

Gemeinsam Chancen Nutzen

Schon jetzt zeigt sich, dass Österreich durch COVID-19 näher zusammenrückt. Man merkt die Bereitschaft sich gegenseitig zu helfen. Unter anderen wurde hier auch eine Initiative Wirtschaft hilft Schule (https://wirtschaft-hilft-schule.at/) ins Leben gerufen, die Lehrerinnen und Lehrern unterstützen sollen.

Nutzen wir die Chancen der Digitalisierung und sehen die Coronakrise als eine große Chance! Gemeinsam sind wir stark!

 

Jörg Treiber

Die Digitalisierung in Zeiten von COVID-19 (Teil 1)

Die Digitalisierung ist schon lange ein geflügeltes Wort, welches immer wieder fällt. Aber keiner weiß, was es wirklich bedeutet. Das Coronavirus – COVID 19 – zeigt uns deutlich auf, dass die Technologien zwar grundsätzlich vorhanden wären, wir aber nicht wirklich auf den Einsatz digitaler Tools vorbereitet sind. Gerade dieses Virus kann jetzt aber als Treiber für die Digitalisierung dienen. Täglich hören wir es in den Medien: «Die Arbeit soll soweit wie möglich auf Home-Office bzw. Teleworking umgestellt werden. Studierende, Schülerinnen und Schüler sollen über Distance Learning unterrichtet werden.» Aber wie funktioniert das überhaupt? Hat Österreich die Infrastruktur dafür?

Home-Office in China

China war das erste Land, dass vom Coronavirus betroffen wurde. Homeoffice ist in China keine große Sache. Die Dingding-App von Alibaba ist ein großes Social Network für Unternehmen und zählt über 200 Millionen Einzeluser und 10 Millionen Firmenuser. Die App bietet von der Zeiterfassung über Kalender, selbstlöschende Chats bis hin zur Videokonferenz alle Funktionalitäten und ist überdies kostenlos. Der Login und Logout erfolgt über GPS und bietet der Unternehmerin und dem Unternehmer eine gute Kontrollmöglichkeit.

Chancen und Risiken abschätzen

Österreich ist davon noch weit entfernt. Hier sind es die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach wie vor gewohnt viele Arbeiten direkt in der Firma zu erledigen. In Zeiten von Corona kann sich dies jetzt sehr schnell ändern und viele Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer aber auch Unternehmerinnen und Unternehmer sind gezwungen sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen.

Das bedeutet einerseits sich Gedanken über die Chancen der Digitalisierung zu machen, andererseits auch die Risiken abzuschätzen. Die österreichischen Netze sind auf den plötzlichen Ansturm gerüstet, versichert die Telekommunikationsbrache. Einen Engpass könnte es jedoch bei den VPN-Zugängen einzelner Unternehmen geben und hier ist derzeit auch eine Aufstockung nur sehr begrenzt möglich, da viele Frequenzen auch fix vergeben sind. Über dieses virtuelle, private Netzwerk hat man Fernzugriff auf Daten und Programme im Firmennetzwerk, welche man sonst nur im Intranet nutzen könnte. Datenschutz ist in Europa und speziell in Österreich ein wichtiger Begleiter. Gerade bei sensiblen Firmendaten sollte darauf auch genug Acht gelegt werden.

Jörg Treiber