Jugendarbeitslosigkeit – flexible Arbeitszeitmodelle & neue Anstellungsformen als Ausweg?

Flexible Arbeitszeitmodelle sind ein wichtiger Schritt für die bestmögliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf, doch führen sie grundsätzlich nicht zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Wollen wir tatsächlich Arbeitsplätze durch Veränderungen der Arbeitszeit schaffen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Erstens, die Forcierung der Altersteilzeit, wodurch ältere ArbeitnehmerInnen im Betrieb gehalten und gleichzeitig jüngere ArbeitnehmerInnen eingestellt und ausgebildet werden können.

Zweitens, eine generelle Reduktion der Arbeitszeit bei gleich bleibender Gesamtarbeit, eine 3,5 Tage Woche ist hier im Kontext der Digitalisierung nicht unwahrscheinlich.

Sogenannten „neuen“ Anstellungsformen muss aus jugendpolitischer Sicht eine klare Absage erteilt werden, schließlich handelt es sich hier zumeist um inakzeptable Verschlechterungen wie z.B. Nullstundenverträge und dem Wegfall von Kündigungsfristen.

Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass wir es mittlerweile mit einer deutlichen Benachteiligung der jungen Menschen zu tun haben. Jüngere müssen heute mit weniger Einkommen, geringeren Jobchancen und schlechteren Arbeitsverträgen leben als ihre vorangegangene Generation.  Im EU-Schnitt beträgt die Jugendarbeitslosigkeit 18,2 % (in Österreich 11,7 %).

Aus unserer Sicht bedarf es als Ausweg aus der Jugendarbeitslosigkeit  der geplanten Einführung einer Ausbildungsgarantie bis 25 Jahre, der verstärkten Investitionen in Ausbildungsplätze und einer „Fachkräftemilliarde“, um die Ausbildung der benötigten Fachkräfte zu gewährleisten.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.