Interview: Bundesjugendvorsitzender Thomas Rack zur Überparteilichkeit der ÖGJ

Interview mit dem Bundesvorsitzenden der FCG-Jugend Thomas Rack über die Überparteilichkeit der Österreichischen Gewerkschaftsjugend.

Würdest du die Österreichische Gewerkschaftsjugend als überparteilich bezeichnen?

Nein, dies trifft leider nicht zu, auch wenn es sehr wünschenswert im Sinne unserer Gewerkschaftsmitglieder wäre!   

Wie gehen die Sozialisten mit anderen Fraktionen um?                                                                           

 Leider werden keine anderen Meinungen zu gewissen Themen zugelassen. Es wird eine einheitliche Linie erwartet ohne Diskussion und wenn man anderer Meinung ist, wird man ausgegrenzt und vom Wahlvorschlag gestrichen. Wie wir gesehen haben, treten sie geschlossen gegen Minderheiten auf. Von der viel beschworenen Toleranz keine Spur!

Woran liegt das, glaubst du?                                                                                                                                

Die Sozialisten innerhalb der ÖGJ sollten sich wieder darauf besinnen wofür es uns eigentlich gibt. Leider sind sie in dem Irrglauben, Allerweltspolitik machen zu müssen, gefangen und fokussieren sich nicht auf die wesentlichen Dinge, nämlich die Interessen der Beschäftigten. Weiters gibt es ja innerhalb der Sozialisten keine echte Diskussionskultur und Kompromissbereitschaft, es gibt nur ein Alles oder Nichts. Dies macht eine Zusammenarbeit in der Praxis leider unmöglich.     

Was hältst du von den Anträgen, mit denen die ÖGJ sich brüstet und dem Bundeskanzler selbstbewusst überreicht hat?                                                                                                                            

Die meisten Anträge haben leider rein gar nichts mit einer Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung zu tun. Wenn man sich manche Anträge ansieht, könnte man glauben wir sind irgendeine Organisation, die sich mit beliebigen Themen beschäftigt, die darauf abzielen die Straßen brennen zu lassen – wie die Abschaffung des Straftatbestandes des Landfriedensbruchs. Das ist absoluter Irrsinn!                                                                                                                                              

Ist das eine offizielle ÖGJ-Position?                                                                                          

Erschreckenderweise Ja! All diese Dinge haben nichts mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu tun, da merkt man wie die roten Jugendfunktionärinnen und Jugendfunktionäre ticken. Sie wollen die komplette Revolution ohne Lösungen zu präsentieren. Genauso haben wir auf der ganzen Welt gesehen, dass der Sozialismus Staaten jedes Mal in den Ruin geführt hat, jüngstes Beispiel Venezuela. Genau hier liegt der Unterschied zu uns oder zum Sebastian Kurz, er benennt Probleme und löst sie im selben Atemzug.                                                                                                                                          

Wie siehst du die Rolle der FCG?                                                                                                                         

Wir sehen unsere Rolle darin das Leben der Menschen auf Basis unserer christlichen Werte zu verbessern ohne dabei Menschen anzulügen und ihnen Dinge zu versprechen, die nur die Statistiken für ÖGB und AK schönen, ohne den Jugendlichen selbst zu helfen. In einem anderen Antrag geht es beispielsweise darum, dass der Öffentliche Dienst Lehrlinge über den Bestand ausbilden soll. Leider ist es jetzt schon Tatsache, dass nicht alle Lehrlinge nach dem Abschluss der Lehre übernommen werden können. Wenn ein Unternehmen massenweise Lehrlinge ausbildet, finde ich, dass für diese jungen Menschen auch eine Weiterbeschäftigung gewährleistet werden muss. Mit solch einem Vorgehen werden zwar die Lehrlingszahlen kurzfristig erhöht, auf Dauer gesehen bringt dies jedoch nichts.

Weitere kuriose Positionen sind die Abrüstung der EU-Außengrenzen oder „Sex 2.0“, welcher Sexualunterricht bereits in der Volkschule vorsieht.

Sind das Themen mit denen sich eine Interessensvertretung für Arbeitnehmerinnen beschäftigen sollte?

Mein Anliegen ist es sich verstärkt auf die Probleme und Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu konzentrieren und die „Weltpolitik“ anderen Organisationen zu überlassen, die auch fachlich ausgebildetes Personal dafür bereitstellen.

Warum verschwenden die roten Jugendfunktionäre wertvolle Zeit und Geld ihrer Mitglieder trotzdem mit diesen Themen?

Dies ist eine schwierige Frage. Ich vermute dies geht von der Führungsebene aus und die Masse schwimmt mit. Dieses linksideologische Denken ist so weit verankert, dass leider andere Meinungen weder gehört, noch akzeptiert werden. Mittlerweile werden ja sogar eigene rote Funktionäre als Rechte, etc. bezeichnet, weil sie andere Meinungen wie im Zuge der Flüchtlingskrise vertreten. Das Ziel der jungen Sozialisten ist eine Alleinherrschaft im ÖGB, christliche, grüne oder blaue Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sind komplett unerwünscht. Genau in dieser Einstellung der ÖGJ-Spitze liegt die große Gefahr für das Fortbestehen des ÖGB, nicht in der Digitalisierung oder anderen Herausforderungen unserer Zeit.

Wenn du einen Wunsch für die Zukunft der ÖGJ frei hättest, was würdest du ihr wünschen?

Für die ÖGJ wünsche ich mir, dass sie in Zukunft wirklich überparteilich ist und andere Meinungen respektiert, diese ehrlich ohne ideologische Scheuklappen diskutiert werden. Als Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung sollte man an einem Strang ziehen. Was wir derzeit sehen ist eine Profilierung der Sozialisten auf Kosten der Mitglieder, die täglich hart arbeiten und von diesem Geld die Arbeit der Gewerkschaften ermöglichen. Das erinnert mich sehr stark an Kanzler Kern, der selbst zugibt, dass 95 Prozent seiner Politik reine Inszenierung sind. Wir stehen für Ehrlichkeit, das ist unser Zugang, schließlich sind wir es unseren Mitgliedern schuldig ordentliche Arbeit zu leisten.

 

 

 

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