Gemeinsame Erklärung der Jungen CDA, Deutschland und der FCG Jugend, Österreich

Was bedeutet eigentlich Europa? Viele sagen, dass wäre alles viel zu abstrakt und nicht greifbar.

Thomas Rack, Bundesvorsitzender der FCG Jugend, hat die Idee konkret gemacht und die Junge CDA kontaktiert, um einen Austausch zwischen unseren Vereinigungen zu starten. Zusammen mit  dem Generalsekretär der FCG Jugend Denis Strieder besuchte er uns in der Hauptgeschäftsstelle in Berlin. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde legten wir auch sofort mit der Diskussion los.

So unterschiedlich der Aufbau der Arbeitnehmerinnenvertretungen und der Mitbestimmung ist, wir stellten relativ schnell fest, dass die Aufgabenstellungen und Probleme, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, im Kern fast identisch sind. Am Ende haben wir unsere gemeinsamen Positionen festgehalten. Ich bedanke mich bei Thomas und Denis für den Aufbau des Kontakts und den Besuch. Es war nicht der letzte Kontakt.

Tabea Burchartz, Bundesvorsitzende der Jungen CDA

Ladenöffnungszeiten:
In beiden Ländern wird die Öffnung der Ladenöffnungszeiten, besonders auf den Sonntag, intensiv diskutiert. Wir sind der Meinung, dass der Sonntag weiterhin geschützt bleiben muss und die Ladungsöffnungszeiten nicht auf den Sonntag ausgedehnt werden sollen.

Digitalisierung:
Wir sind uns einig, dass die Digitalisierung die Arbeitsbedingungen und auch den Arbeitsmarkt komplett verändern wird. Es werden Berufe wegfallen und Neue entstehen bzw. Berufe, die noch nicht stark gefragt werden, werden plötzlich sehr nötig gebraucht werden. Besonders in der IT-Branche wird der Bedarf mit der momentanen Ausbildungssituation nicht befriedigt werden können. Hier besteht Handlungsbedarf. Zuerst muss dafür gesorgt werden, dass die Menschen, die im Rahmen dieses Umbauprozesses ihren Job verlieren, einen anderen Arbeitsplatz finden können. Klassisches Beispiel sind die automatischen Kassen im Supermarkt. Wenn statt sechs Kassiererinnen nur noch eine an der Kasse sitzt und der Rest durch Selbstbedienungskassen ersetzt wird, dann muss hinterfragt werden, was mit den anderen fünf passiert. Hier müssen Weiter- und Fortbildung im Fokus stehen.

Es muss außerdem zukunftsorientierter ausgebildet werden. Dazu ist eine Analyse nötig, die beantwortet, welche Berufe werden in Zukunft stärker gefragt werden? Welche Berufe fallen weg? Und dann muss durch Förderung diese Berufe gezielt bei jungen Leuten beworben werden.
Durch die Schnelllebigkeit der Digitalisierung wird es immer wichtiger, sich lebenslang weiterzubilden. Dies muss aber mit Bedacht und Sinn passieren.

Arbeitszeit:
Da es im Zuge der Digitalisierung zu einer Verkleinerung des Arbeitsvolumens kommen wird, bedarf es einer mittelfristigen Reduzierung der Arbeitszeit für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. In Deutschland wird eher eine Flexibilisierung gefordert, da starre Regeln oft als Bevormundung empfunden werden. Man möchte je nach Lebensphase seine Arbeitszeit anpassen können – sowohl nach oben als auch nach unten.

Fachkräftemangel:
In beiden Ländern ist der langangekündigte Fachkräftemangel in vielen Branchen längst bittere Realität. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich gehen immer mehr junge Leute studieren. In Österreich sollen die Studienplätze strenger reguliert werden, um hierdurch insgesamt eine adäquatere Ausbildung für den heimischen Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Das erfolgreiche System der dualen Berufsausbildung soll weiter ausgebaut und attraktiver gestaltet werden. Betrachtet man die Situation von jungen Akademikerinnen und Akademikern in beiden Ländern, ist festzustellen, dass diese sich oft in prekären Arbeitsverhältnissen wiederfinden, die durch hohe Arbeitszeitvolumina, Kettenbefristungen und ein im Verhältnis zur Qualifikation geringes Entgelt geprägt sind.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.