Gemeinsam Arbeitsplätze sichern durch kluges Einkaufen (Teil 1)

Das Coronavirus infiziert die Wirtschaft immer stärker, wie groß die Auswirkungen sind, hängt von der Dauer der Krise ab. Es ist unwahrscheinlich, dass der heimische Konsument nach einer ersten Schockstarre bereit sein wird, die Befriedigung seiner materiellen Bedürfnisse übermäßig aufzuschieben, weshalb er sich bald nach alternativen Bezugsquellen umschauen wird. Naheliegend ist hierbei an den Onlinehandel und Zustelldienste zu denken, welche weiterhin uneingeschränkt geöffnet haben.

Jedoch, wer bisher online einkaufte, kaufte faktisch im Ausland ein, nur 8% des Online-Umsatzes entfiel auf rein österreichische Onlineshops. Ein Wechsel zum Onlinehandel weist bei Fortschreibung dieses Trends somit ein vermindertes Potential für die heimische Beschäftigung auf und auch wichtige Steuereinnahmen werden geringer ausfallen – man denke etwa an die laufende Debatte der Steuervermeidung von Konzernen wie Amazon[1].

Bevor sich 2020 in Europa die COVID-19 Pandemie ausbreitete, flossen 13% des österreichischen Einzelhandelsumsatzes in den Onlinehandel. Der Umsatzanteil jener Shops, die direkt von ausländischen Unternehmen betrieben werden, betrug etwa 64% (insb. Amazon mit über 900 Mio. in Österreich). Rechnet man noch die Shops jener Unternehmen dazu, die in Österreich zwar eine Niederlassung haben, aber sich in ausländischer Hand befinden (z.B. MediaMarkt, Otto, Obi,etc.), kamen noch weitere 28% hinzu. Rein österreichische Onlineshops (Unternehmenszentrale in Österreich) erreichten insgesamt nur 8% aller Onlineumsätze, mit abnehmender Bedeutung. [2] [3]

Jeder Einzelne kann ein Signal senden

Die Konsumentensouveränität – ein Begriff der Ökonomie, wonach die Verbraucherinnen und Verbraucher durch ihre Konsumentscheidungen Art und Umfang der Produktion steuern – wurde in der Vergangenheit teils überstrapaziert, teils belächelt, im gegenwärtigen Ausnahmezustand darf man ihn aber durchaus in Erinnerung rufen. Die Verhängung von Verkehrsbeschränkungen wird zu einem Anstieg im Onlinehandel führen und 13% Onlineumsatz im Einzelhandel zeigt, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten – insb. weniger Internet affine Menschen – noch keine feste Gewohnheit hinsichtlich des Onlineshoppings entwickelt haben. Das ist auch eine Chance für die heimische Wertschöpfung und somit Arbeitsplatzsicherung.

Mathias

[1] https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/international/2051547-G20-Fortschritte-bei-der-Besteuerung-von-Amazon-und-Co.html

[2] https://www.handelsverband.at/publikationen/studien/ecommerce-studie-oesterreich-2019/

[3] https://www.regiodata.eu/de/news/1175-neue-studie-onlinehandel-oesterreich-immer-mehr-geht-ins-ausland

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