Schulautonomiepaket – Ohne echte Autonomie.

Obwohl medial vermittelt wird, dass das österreichische Bildungssystem weltweit eines der kostenintensivsten Ausbildungssysteme ist, wurde das zu Verfügung stehende Budget seit knapp zwei Jahrzehnten nicht mehr angehoben. Es wäre an der Zeit das zu ändern.

Allein die Tatsache, dass in Wien bereits 47,5 Prozent aller Kinder durch alle Bildungsschichten hindurch eine andere Umgangssprache als Deutsch zu Hause sprechen, zeigt wie notwendig es wäre, das Budget des Bildungssystems für eine entsprechende Förderung der Schüler und Schülerinnen aufzustocken.

Was wir am Schulautonomiepaket besonders kritisieren …

Kriterien zur Clusterbildung

Ein Clusterleiter soll für bis zu 2500 Schülerinnen und Schüler zuständig sein. Es ist unmöglich, dass dieser alle Kinder und die dazugehörigen Eltern kennt. Ein offenes Ohr für alle … wird es nicht mehr geben.

Klassenschülerhöchstzahl / Eröffnungs- und Teilungszahlenverordnung

Direktoren oder Clusterleiter sollen künftig über die Klassen- und Gruppengröße entscheiden. Klassenschülerhöchstzahl von 25? Nicht mehr so sicher. Raum- und Personalmangel werden dazu führen, dass auch mal mehr Schülerinnen und Schüler in eine Klasse gehen werden.

Sonderpädagogik

Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf sollen die Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik (ehem. Sonderschulen) völlig aufgelöst und deren Aufgaben unmittelbar von Volks- und Mittelschullehrerinnen und -lehrern in Regelklassen mit Gruppengrößen von nun mehr als 25 Kindern übernommen werden. Diese qualitative Verschlechterung durch die Auflösung der Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik für hochbegabte, verhaltensauffällige, autistische, beeinträchtigte, geistig oder körperlich schwer- oder schwerstbehinderte Kinder kann nicht gut sein.

Diese und einige weitere Punkte haben wir in einer umfangreichen Stellungnahme an das Parlament geschickt und hoffen, dass Bildungsministerin Hammerschmid unsere Anliegen ernst nimmt.

(Download der Stellungnahme: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/SNME/SNME_11473/index.shtml)

Digitalisierung, Jugendarbeitslosigkeit und unser Sozialsystem

Die Digitalisierung unserer Lebens- und Arbeitswelten stellt für unsere Gesellschaft eine enorme Chance dar. In einer Zeit, die von multiplen Krisen geprägt ist, darf sie nicht als weitere Belastung begriffen werden. Vielmehr hat die Digitalisierung das Potential bei der Bewältigung diverser Herausforderungen der entscheidende Teil der Lösung zu sein.

 

Die Digitalisierung ist ein unaufhaltsamer Prozess, es stellt sich nicht die Frage, ob das digitale Zeitalter kommt oder nicht – wir befinden uns bereits mitten drin. Wir haben allerdings die Wahl, ob wir den Schwung mitnehmen und auf der Welle reiten oder in den Wassermassen der Digitalisierung untergehen.

 

Bei historischen Phänomenen und Veränderungen wird das Augenmerk auf die Jugend einer Gesellschaft gelegt, um anhand ihres Zustandes, ihren Werten und Ansichten weitere Entwicklungen zu prognostizieren.

 

Insofern stellt sich die Frage wie es um unsere Jugend in Europa im Zeitalter der Digitalisierung bestellt ist?

 

In einigen Staaten und Regionen des Kontinents wird bereits von einer verlorenen Generation gesprochen, angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 50 Prozent.

 

Ein abgeschlossenes Studium ist längst kein Jobgarant mehr und arbeitslose AkademikerInnen keine Ausnahme.

 

Dieser Zustand hat mit der Finanzkrise im Jahr 2008 einen dramatischen Anstieg erfahren und selbst heute im Jahr 2016 ist kein Ende dieser beschämenden Perspektivlosigkeit für viele Jugendliche in Sicht.

 

Gleichzeitig wird von vielen ExpertInnen eine Radikalisierung der Jugend, insbesondere an den Universitäten festgestellt, ausgehend von den USA. Hierbei handelt es sich um den Konflikt zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz von Minderheitsrechten, der von den Studierenden eingefordert wird und zunehmend eskaliert.

 

Es handelt sich trotz einer weit verbreiteten Politikverdrossenheit in gewissen Teilen der Bevölkerung um die politischste Generation seit der 68er-Bewegung, die sich in erhöhtem Maße vom politischen Establishment distanziert und sich kontinuierlich nach links und rechts orientiert. Das Aufkommen von Organisationen und Bewegungen wie z.B. den rechten „Identitären“ und einer radikalen Linken, die Gewalt als probates Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen betrachtet, sind die Spitze dieses Eisberges.

 

Radikalität in der politischen Auseinandersetzung bringt unsere Gesellschaft nicht weiter, sondern sie führt zu tiefen Gräben. Linksextremismus ist ähnlich problematisch für unsere Sicherheit und das Zusammenleben wie Rechtsextremismus, nur das Letzterer nicht durch dieselben stillschweigenden Sympathien gestützt wird.

 

Linksliberaler Konformismus an den Universitäten und Intoleranz gegenüber anderen Meinungen unter dem Deckmantel der „political correctness“ sind bedenklich, besonders in ihren mitunter aggressiven Ausprägungen gegenüber Andersdenkenden.

 

Es wirken  gegenwärtig mehr unterschiedliche Einflüsse gleichzeitig auf unsere Jugend als in vorigen Generationen.

 

Die Finanz- und Bankenkrise hat eine Austeritätspolitik in vielen Staaten befördert, die zu einer deutlichen Anspannung der Situation der Jugend auf dem „alten“ Kontinent geführt hat. Dies muss bei diesem Befund mitgedacht werden.

 

In Italien möchte Premierminister Matteo Renzi die maroden Banken mit Steuergeld rekapitalisieren. Eine Ungeheuerlichkeit aus jugendpolitischer Sicht. Die VerursacherInnen der Krise innerhalb weniger Jahre erneut mit Staatshilfen zu sanieren, während die Leidtragenden der Krise, außen vor bleiben.

Der Wechsel von Personen zwischen Politik, Verwaltung und Finanzwelt wie jüngst von José Manuel Barrosso zu Goldman Sachs konterkarieren hinzukommend das Primat der Politik und erzeugen zusätzliche Desillusionierung.

 

Dies führt über kurz oder lang zu einer gewissen Frustration bei jenen jungen Menschen, die sich ihrer Zukunft beraubt sehen. Zweifelsohne eine brandgefährliche Mischung, in die sehenden Auges zusätzliches Öl gegossen wird.

 

Mangelnde Verteilungsgerechtigkeit ist ein entscheidender Grund für das Erstarken der politischen Rechten und Linken.

 

Das Augenmerk der Jugend, egal ob 15 oder 30 Lebensjahre auf dem Buckel, bündelt sich im bereits erwähnten zentralen Punkt, der Frage: Wie sieht unsere Zukunft aus? Gemeint ist vor allem die Aussicht auf einen guten Job und finanzielle Sicherheit. Im Gegensatz zu den Jugendlichen der 60er bis 80er Jahre, die viel Wert auf gesellschaftliche Revolutionen und sexuelle Freiheit gelegt hatte, wollen junge Frauen und Männer heute vordergründig Familie, Frieden und Wohlstand.

 

Ein Erklärungsversuch liegt vielleicht darin begründet, dass sich die Wünsche der Jugend konträr zu dem verhalten, was die Gesellschaft bereit oder imstande ist, ihnen zu bieten.

 

Leider sind das Aufkommen politischer Extreme und Revolutionen in einigen Staaten unseres Kontinents heute wahrscheinlicher als ein sicherer Arbeitsplatz, Haus und Familie für viele junge Menschen.

 

Im Süden Europas erleben wir einen braindrain aufgrund fehlender Chancen. Junge Frauen und Männer aus Portugal beispielsweise sollten nach Brasilien oder Angola auswandern, weil sie es wollen und nicht weil sie durch Perspektivlosigkeit dazu gedrängt werden.

 

Diese ungeheure Masse an Menschen ohne fixes Einkommen, öffnet neuen Praktiken der Ausbeutung Tür und Tor.Um dies zu beleuchten, bedarf es lediglich eines Blickes nach Großbritannien.

 

Im Dienstleistungssektor des Vereinigten Königreiches, insbesondere im Handel und bei den Pflegebediensteten haben wir es mit beunruhigenden Entwicklungen zu tun.

 

Sogenannte Null-Stunden-Jobs sind die neue Garantie für prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse. Dies bedeutet, dass Arbeitsvermittlungsfirmen, die beispielsweise für Handelsunternehmen tätig sind. Jenen Menschen, die sie vermitteln erst am selben Tag mitteilen, ob sie Arbeit für sie haben oder nicht. Nicht selten verfallen Personen daraus resultierend in einen Zustand des persönlichen Stillstandes.

 

Versuche von gewerkschaftlichen Gründungen werden nicht selten, mit null Stunden Arbeitszeit, wegfallenden Provisionen und damit verbunden, mit null Euro Lohn, im Keim erstickt.

 

Wir haben es hier definitiv mit einer Fehlentwicklung zu tun, wenn junge Menschen beispielsweise im Dienstleistungssektor nicht wissen, ob sie am  nächsten Tag überhaupt gebraucht werden. Diese Form der Flexibilität ermöglicht einigen Branchen das wirtschaftliche Überleben, aber zu welchem Preis für die Jugend?

 

Die Vorteile liegen alleine auf der Arbeitgeberseite.

 

Im Zuge des Brexit wird sich der Druck auf die ArbeitnehmerInnen in GB zunehmend erhöhen, die EU muss vorsichtig sein, dass dies zu keinem europäischen Trend wird.

 

Der Arbeitsmarkt agiert wie jeder andere Markt und macht Menschen zu einer Ware. Durch sinkende Nachfrage nach Humankapital steigt der Druck auf ebendieses Produkt. Die Politik ist hier gefordert korrigierende Maßnahmen zu setzen, denn Menschen sind keine Objekte wie es der Markt fälschlicherweise suggeriert.

 

Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird aller Voraussicht nach zum Wegfall vieler Arbeitsplätze führen. In einigen Branchen kann diese Prognose schneller eintreffen als viele glauben. Als Beispiel seien hier KassiererInnen oder Bankangestellte erwähnt. Zwei komplett unterschiedliche Berufsgruppen, die vom selben Phänomen der Digitalisierung betroffen sind.

 

Als Gegenargument muss an dieser Stelle festgehalten werden, dass auch neue Jobs entstehen werden, allerdings bedürfen diese mit hoher Wahrscheinlichkeit einer höheren Qualifikation als viele jener Personen aktuell besitzen, die auf Arbeitssuche sind und/oder sein werden.

 

  1. h. nichts anderes, als dass unsere gesellschaftliche Praxis weggehen muss von der Beschränkung des Lernens auf die Ausbildungszeit, hin zu einem lebenslangen Lernen. Menschen ohne abgeschlossene Lehr- oder Schulausbildung müssen in Zukunft der Vergangenheit angehören.

 

Hierzulande wurde aktuell mit der Ausbildungspflicht bis 18 Jahre ein weiterer Schritt gesetzt, um zu verhindern, dass Jugendliche sich aufgrund mangelnder Bildung selbst aus dem Spiel nehmen. Österreich präsentiert sich im europäischen Vergleich die Jugendarbeitslosigkeit betreffend, relativ stabil.

 

Durch die Digitalisierung wird unsere Gesellschaft produktiver bei gleichzeitig sinkendem Arbeitseinsatz. Wichtig ist, dass dieser zunehmende Wohlstand breiten Bevölkerungsschichten zu Gute kommt.

 

Wir werden es mit der Situation zu tun haben, dass durch den Wegfall von Arbeitsplätzen und dem Rückgang von Steuereinnahmen durch den hoch besteuerten Faktor Arbeit hierzulande das Sozialbudget empfindlich reduziert wird.

 

Jene Menschen, denen die Möglichkeit der Erwerbsarbeit durch ein mangelndes Angebot an adäquaten Arbeitsplätzen verwehrt wird, bedürfen allerdings gewisser Sozialleistungen, um weiterhin ein würdevolles Leben führen zu können.

 

Steigende Zahlen an Sozialhilfeempfängern stehen einem sinkenden Budget gegenüber. Eine einfache Gleichung, die mit der bisherigen Logik nicht zu lösen ist.

 

Deshalb müssen wir die Finanzierung unseres Sozialsystems auf eine neue Grundlage stellen, die zukunftstauglich ist.

 

Wichtig ist, dass wir weg von einer arbeitsplatzbezogenen Finanzierung kommen, hin zu einer breiteren und sicheren Basis.

 

Neue Steuern dürfen jedoch nicht das primäre Ziel sein, eine Maschinensteuer ist eine Möglichkeit, aber in Anbetracht des globalen Wettbewerbes vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss und wenn überhaupt, nur auf europäischer Ebene sinnvoll.

Das Ansetzen beim Zugang zum österreichischen und europäischen Markt könnte sich hingegen als eine hervorragende Idee erweisen.

 

Ziel muss es sein, Personen und Konzerne anzuhalten ihren fairen Beitrag zum Allgemeinwohl zu leisten.

 

Im Zuge dieser Debatte kommen wir nicht umhin die bedarfsorientierte Mindestsicherung in den Blick zu nehmen.

 

In der Bevölkerung herrscht teilweise große Unzufriedenheit mit dem aktuellen System, nicht zuletzt durch den massiven Zustrom von Personen in das Sozialsystem, die bisher keine Sozialversicherungsbeiträge geleistet haben.

 

Eine Grundversorgung soll für diese Menschen als Basis bestehen bleiben, doch muss es Menschen zumutbar sein für eine Leistung eine Gegenleistung zu erbringen, sofern keine schwerwiegenden Gründe dagegen sprechen.

 

Eine Mindestsicherung oder ein Beitrag aus der Grundversorgung sollte mit gemeinnütziger Arbeit verbunden werden dürfen, aus mehreren Gründen. Einerseits wäre es im Sinne der Leistungsgerechtigkeit (Leistung & Gegenleistung). Weiters haben wir in diversen Bereichen wie dem Umweltschutz durchaus Bedarf an diversen Tätigkeiten, die dem Allgemeinwohl zu Gute kommen. Außerdem ist eine sinnvolle Beschäftigung wichtig für die persönliche Entwicklung und das Selbstwertgefühl eines Individuums. Hier schließt sich der Kreis zur Jugend.

 

Junge Leute sollten gebraucht werden, ihnen müssen Perspektiven geboten werden, ihnen muss die Möglichkeit gegeben werden politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich gestaltend tätig zu sein. Ohne Chance auf ein gesichertes Leben und soziales Ansehen, besteht die reale Gefahr der Abwendung, des Rückzugs und die mögliche Wahl einer kriminellen Laufbahn.

 

Bei einer Koppelung von Sozialleistungen an gemeinnützige Arbeit geht es nicht darum Billigjobs zu schaffen, sondern ein gerechteres System zu implementieren.

 

Neben einer Reform des Sozialsystems muss Arbeit in vielen Branchen besser entlohnt werden. Eine angemessene Bezahlung ist von zentraler Relevanz.

 

Weitreichende politische Entscheidungen werden getroffen werden müssen, um Lösungen zu kreieren, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.

 

Denn die Digitalisierung unserer Lebens- und Arbeitswelten ist kein Selbstzweck, sondern sollte in erster Linie dem Menschen ein besseres Leben ermöglichen.

 

Dasselbe gilt für die Wirtschaft und ihr Wachstum, leider wird dies oft vergessen oder verdrängt.

 

Besonders spannend ist in diesem Kontext die japanische Gesellschaft zu beobachten, die einerseits zu den führenden Staaten beim Fortschreiten der Digitalisierung zählt und sich gleichzeitig in einer Postwachstumsphase befindet sowie eine besonders alte Bevölkerungsstruktur vorweist. Eventuell können wir dort betrachten wie die Zukunft der wohlhabenden Gesellschaften aussehen kann.

 

Die Digitalisierung bringt definitiv Bewegung in Themen rein, die festgefahren scheinen, ob dies nun beispielsweise das Sozialsystem, Arbeitszeit oder Bildung betrifft.

 

Die Digitalisierung sollte als Chance betrachtet werden. Als eine Chance für mehr Gerechtigkeit, ein zukunftstaugliches Sozialsystem, sicheren Wohlstand und Perspektiven für unsere Jugend.

Thomas Rack neuer Vorsitzender der FCG Jugend

Wien (OTS) – Unter dem Motto „Arbeit 4.0 / Digitalisierung der Arbeitswelt“ sind am 25. März 2017 junge Christgewerkschafterinnen und Christgewerkschafter aus den verschiedenen Bundesländern und Gewerkschaften zusammengekommen, um die Weichen für die Zukunft  zu legen.

Passend zum Ambiente der Kanonenbastei des Grazer Schlossberges gaben sich die jungen Christgewerkschafterinnen und Christgewerkschafter  kampfbereit, um auch in der digitalen Arbeitswelt bestmöglich für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzutreten.

Neben den Neuwahlen beschäftigten sich die Delegierten im Rahmen ihres Leitantrages insbesondere mit den neuen Herausforderungen der sich ständig verändernden Arbeitswelt, sowie den Themen Arbeitszeit und der dualen Berufsausbildung.

Das politische Referat hielt FCG-Bundesvorsitzender Dr. Norbert Schnedl, der in seiner visionären Ansprache auf die veränderten  Erfordernisse in der Arbeitswelt durch den digitalen Wandel aufmerksam machte und neue Modelle der Finanzierung des Staatshaushaltes ins Zentrum rückte.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, der es sich nicht nehmen ließ dem neu gewählten Team persönlich zu gratulieren und ihnen viel Erfolg zu wünschen , wies auf die zunehmende Wichtigkeit der Arbeit der Gewerkschaften hin und betonte die Notwendigkeit der Christlichen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, deren Engagement nicht hoch genug einzuschätzen sei.

 

Thomas Rack wurde mit 100 Prozent der Stimmen der Delegierten zum neuen Bundesvorsitzenden der FCG Jugend gewählt. Als Stellvertreterinnen und Stellvertreter bekamen Alexandra Pichler, Kevin Überegger, Ali Cetinkaya,  Robert György und Pascal Reif ebenfalls 100 Prozent der Delegiertenstimmen.

Die DNA eines Landes muss geschützt werden – das Kreuz muss bleiben

Der neu bestellte Integrationsbeauftragte der jungen Christgewerkschafterinnen und Christgewerkschaftern (FCG Jugend), Ali Cetinkaya, bezieht klar Stellung zur – von der SPÖ losgetretenen – Debatte um Kreuze in Klassenzimmern und Gerichtssälen: „Österreich ist ein christlich geprägtes Land, dessen Wurzeln untrennbar mit der Symbolik des Kreuzes und vielen anderen christlichen Bräuchen verbunden ist und das muss respektiert und geschützt werden.“

 

Integration beinhalte die Verpflichtung sich mit der Kultur und den Werten des Aufnahmelandes auseinanderzusetzen und diese zu respektieren – dies sei für das harmonische Zusammenleben unerlässlich.

 

Integration ist in erster Linie eine Bringschuld der Menschen, die aufgenommen werden, diese haben Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft und dem Staat, die ihnen helfen – leider werde dies von vielen Menschen und linksorientierten Organisationen allzu gerne vergessen.

 

Selbstverständlich dürfe man seine Wurzeln nicht verleugnen, jedoch sollte jenes Land, in dem man sein Brot verdient, als neue Heimat betrachtet werden. Das Erlernen der deutschen Sprache und die Aneignung der österreichischen bzw. europäischen Werte ist eine Grundvoraussetzung, um hierzulande ein respektabler Teil der Gesellschaft werden zu können.

 

Abschließend wünscht sich der Steirer, der selbst Moslem ist, eine stärkere Besinnung der Österreicherinnen und Österreicher auf ihre eigene Identität und Kultur –  dies sei eine wichtige Stütze in Zeiten starker Veränderungen.

Jugendarbeitslosigkeit – flexible Arbeitszeitmodelle & neue Anstellungsformen als Ausweg?

Flexible Arbeitszeitmodelle sind ein wichtiger Schritt für die bestmögliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf, doch führen sie grundsätzlich nicht zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Wollen wir tatsächlich Arbeitsplätze durch Veränderungen der Arbeitszeit schaffen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Erstens, die Forcierung der Altersteilzeit, wodurch ältere ArbeitnehmerInnen im Betrieb gehalten und gleichzeitig jüngere ArbeitnehmerInnen eingestellt und ausgebildet werden können.

Zweitens, eine generelle Reduktion der Arbeitszeit bei gleich bleibender Gesamtarbeit, eine 3,5 Tage Woche ist hier im Kontext der Digitalisierung nicht unwahrscheinlich.

Sogenannten „neuen“ Anstellungsformen muss aus jugendpolitischer Sicht eine klare Absage erteilt werden, schließlich handelt es sich hier zumeist um inakzeptable Verschlechterungen wie z.B. Nullstundenverträge und dem Wegfall von Kündigungsfristen.

Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass wir es mittlerweile mit einer deutlichen Benachteiligung der jungen Menschen zu tun haben. Jüngere müssen heute mit weniger Einkommen, geringeren Jobchancen und schlechteren Arbeitsverträgen leben als ihre vorangegangene Generation.  Im EU-Schnitt beträgt die Jugendarbeitslosigkeit 18,2 % (in Österreich 11,7 %).

Aus unserer Sicht bedarf es als Ausweg aus der Jugendarbeitslosigkeit  der geplanten Einführung einer Ausbildungsgarantie bis 25 Jahre, der verstärkten Investitionen in Ausbildungsplätze und einer „Fachkräftemilliarde“, um die Ausbildung der benötigten Fachkräfte zu gewährleisten.