Gemeinsam Arbeitsplätze sichern durch kluges Einkaufen (Teil 2)

Einen Beitrag leisten heißt aktuell für viele Verzicht üben, etwa durch Einschränkung der sozialen Kontakte – Abstand ist Ausdruck der Fürsorge. Seinen Beitrag leisten kann man jedoch auch aktiv bei seinen Konsumentscheidungen, nämlich durch ein solidarisches Handeln mit den heimischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Die Milliarden an Hilfspaketen, welche zur Stützung der Unternehmen bereitgestellt werden, sind an die Erwartung, Arbeitsplätze zu erhalten, geknüpft, dies ist aber keine automatische Jobgarantie. Ein Schutz vor Kündigung besteht der unternehmerischen Logik zufolge erst dann, wenn Unternehmen unmittelbar oder in der planbaren Zukunft erwarten, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch zu benötigen. Dies ist eine Erwartung hinsichtlich der zukünftigen Auftragslage und somit direkt von den beobachteten Konsumentscheidungen abhängig. Jeder Einzelne kann hier ein Signal senden!

Eigenverantwortlich solidarische Handlungen setzen

Der Logik der Bedürfnispyramide nach Maslow zufolge werden Defizitbedürfnisse zuerst befriedigt, gutes Krisenmanagement ist hier essenziell für eine rasche Normalisierung. Für den Einzelnen stehen hier pragmatische Lösungen im Vordergrund – diese müssen einfach und gefahrlos sein: Als Beispiele können hier der Lieferservice von Apotheken, welche besonders zur Versorgung von ältere Menschen beitragen, oder der Lieferservice von großen Handelsketten wie REWE und Spar genannt werden.

Sind die grundlegenden Bedürfnisse erst befriedigt, wird der Einzelne auch kompromissbereit sein, das heißt, mit Kopf und Herz die Besorgungen machen. Wem etwa zu Hause der Lesenachschub ausgeht, der muss nicht den ersten Vorschlag auf Amazon nehmen, sondern kann sich auch telefonisch durch Buchhändler mit fachkundiger Auskunft unterstützen lassen und dort bestellen.

Initiativen wie von der Bloggerin Nunu Kaller sammeln Links kleinerer Unternehmen aus Österreich mit Onlineangebot. Von Möbeln über Kleidung, Schmuck bis zu Woll- und Stoffwaren sind die unterschiedlichsten Branchen vertreten – freilich auch etliche Buchgeschäfte. Ziel sei, so Kaller auf ihrer Website, lokale Unternehmen zu unterstützen – ein Blick lohnt sich.

Die gegenwärtige Situation kann auch als eine Phase des verordneten Mangels interpretiert werden, womit man automatisch an die im Idealfall umweltfreundliche Sharing Economy denken muss. Denn nicht immer muss es ein Kauf sein, so bieten die Büchereien Wien in der „Virtuellen Bücherei“ rund 60.000 digitale Medien an, darunter neben E-Books auch elektronische Zeitungen und Hörbücher.

Es gibt bereits zahlreiche Initiativen und viele werden folgen, weshalb an dieser Stelle auf eine Auflistung verzichtet wird und die Leserin/der Leser motiviert sein soll, sich selbständig und eigenverantwortlich zu informieren, denn gemeinsam können wir unsere Zukunft gestalten.

Mathias

Gemeinsam Arbeitsplätze sichern durch kluges Einkaufen (Teil 1)

Das Coronavirus infiziert die Wirtschaft immer stärker, wie groß die Auswirkungen sind, hängt von der Dauer der Krise ab. Es ist unwahrscheinlich, dass der heimische Konsument nach einer ersten Schockstarre bereit sein wird, die Befriedigung seiner materiellen Bedürfnisse übermäßig aufzuschieben, weshalb er sich bald nach alternativen Bezugsquellen umschauen wird. Naheliegend ist hierbei an den Onlinehandel und Zustelldienste zu denken, welche weiterhin uneingeschränkt geöffnet haben.

Jedoch, wer bisher online einkaufte, kaufte faktisch im Ausland ein, nur 8% des Online-Umsatzes entfiel auf rein österreichische Onlineshops. Ein Wechsel zum Onlinehandel weist bei Fortschreibung dieses Trends somit ein vermindertes Potential für die heimische Beschäftigung auf und auch wichtige Steuereinnahmen werden geringer ausfallen – man denke etwa an die laufende Debatte der Steuervermeidung von Konzernen wie Amazon[1].

Bevor sich 2020 in Europa die COVID-19 Pandemie ausbreitete, flossen 13% des österreichischen Einzelhandelsumsatzes in den Onlinehandel. Der Umsatzanteil jener Shops, die direkt von ausländischen Unternehmen betrieben werden, betrug etwa 64% (insb. Amazon mit über 900 Mio. in Österreich). Rechnet man noch die Shops jener Unternehmen dazu, die in Österreich zwar eine Niederlassung haben, aber sich in ausländischer Hand befinden (z.B. MediaMarkt, Otto, Obi,etc.), kamen noch weitere 28% hinzu. Rein österreichische Onlineshops (Unternehmenszentrale in Österreich) erreichten insgesamt nur 8% aller Onlineumsätze, mit abnehmender Bedeutung. [2] [3]

Jeder Einzelne kann ein Signal senden

Die Konsumentensouveränität – ein Begriff der Ökonomie, wonach die Verbraucherinnen und Verbraucher durch ihre Konsumentscheidungen Art und Umfang der Produktion steuern – wurde in der Vergangenheit teils überstrapaziert, teils belächelt, im gegenwärtigen Ausnahmezustand darf man ihn aber durchaus in Erinnerung rufen. Die Verhängung von Verkehrsbeschränkungen wird zu einem Anstieg im Onlinehandel führen und 13% Onlineumsatz im Einzelhandel zeigt, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten – insb. weniger Internet affine Menschen – noch keine feste Gewohnheit hinsichtlich des Onlineshoppings entwickelt haben. Das ist auch eine Chance für die heimische Wertschöpfung und somit Arbeitsplatzsicherung.

Mathias

[1] https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/international/2051547-G20-Fortschritte-bei-der-Besteuerung-von-Amazon-und-Co.html

[2] https://www.handelsverband.at/publikationen/studien/ecommerce-studie-oesterreich-2019/

[3] https://www.regiodata.eu/de/news/1175-neue-studie-onlinehandel-oesterreich-immer-mehr-geht-ins-ausland

Die Digitalisierung in Zeiten von COVID-19 (Teil 2)

Firmen stellen Lizenzen kostenlos zur Verfügung

Viele nationale und internationale Firmen reagieren auf die Coronakrise und stellen Software gratis zur Verfügung. So bietet zum Beispiel Microsoft seine Kommunikationsplattform «Teams» kostenfrei an und auch «Google Hangouts» kann derzeit ohne Gebühr genutzt werden. Durch diese Tools ist die Kommunikation unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern digital möglich. Beide Plattformen bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten und sind einfach zu bedienen. Außerdem finden sich auf YouTube zahlreiche Tutorials für diese Kommunikationstools. Weitere bekannte Tools für die Onlinemeetings sind zoom.us, Cisco WebEx Meeting oder Skype. Eine gute Übersicht findet man unter https://www.littlebit.at/video-conferencing/software.php. Ich möchte hier keine App besonders hervorheben. Machen Sie sich selbst ein Bild, welche App am besten auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Lernen mit Hilfe von Digitalisierung

Distance Learning bedeutet im Prinzip nur, dass der Unterricht nicht mehr am Campus stattfindet, sondern stattdessen mit modernen technischen Hilfsmitteln, wie eben Online Meeting Tools, Online-Plattformen oder ganz simpel über E-Mail. stattfindet. Hier können wieder die oben angeführten Meeting Tools verwendet werden. Zusätzlich können auch Lernplattformen eingesetzt werden. Ein sehr interessantes Tool, wie Lehrerinnen und Lehrer ihren Schülerinnen und Schülern die Inhalte spielerisch vermitteln und sie auch abprüfen können, ist die österreichische Lern-App eSquirell (https://www.esquirrel.at/). Auch diese App wird für die Zeit der Schulschließung kostenfrei zur Verfügung gestellt. Eine weitere Lern-App, in der Sie auch österreichische Schulen auswählen können, ist die Anton App aus Deutschland (https://anton.app/de/). Sie bietet Aufgaben zu den Themen Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Biologie und Deutsch als Fremdsprache. Außerdem gibt es eine Reihe von interessanten Podcasts, die den Studierenden sowie den Schülerinnen und Schülern Lehrinhalte altersgemäß vermitteln. Eine Liste von wissenschaftlichen Podcasts finden Sie unter https://wissenschaftspodcasts.de/podcasts/. Einen Podcast für alle Wissbegierigen ab 7 Jahren möchte ich euch hier besonders empfehlen: Schlaulicht (https://wissenschaftspodcasts.de/podcasts/schlaulicht/) bereitet Themen aus den Kategorien Naturwissenschaften, Geschichte, Gesellschaft sowie Unterhaltung/Edutainment kindergerecht auf. So macht Lernen Spaß.

Gemeinsam Chancen Nutzen

Schon jetzt zeigt sich, dass Österreich durch COVID-19 näher zusammenrückt. Man merkt die Bereitschaft sich gegenseitig zu helfen. Unter anderen wurde hier auch eine Initiative Wirtschaft hilft Schule (https://wirtschaft-hilft-schule.at/) ins Leben gerufen, die Lehrerinnen und Lehrern unterstützen sollen.

Nutzen wir die Chancen der Digitalisierung und sehen die Coronakrise als eine große Chance! Gemeinsam sind wir stark!

 

Jörg Treiber

Die Digitalisierung in Zeiten von COVID-19 (Teil 1)

Die Digitalisierung ist schon lange ein geflügeltes Wort, welches immer wieder fällt. Aber keiner weiß, was es wirklich bedeutet. Das Coronavirus – COVID 19 – zeigt uns deutlich auf, dass die Technologien zwar grundsätzlich vorhanden wären, wir aber nicht wirklich auf den Einsatz digitaler Tools vorbereitet sind. Gerade dieses Virus kann jetzt aber als Treiber für die Digitalisierung dienen. Täglich hören wir es in den Medien: «Die Arbeit soll soweit wie möglich auf Home-Office bzw. Teleworking umgestellt werden. Studierende, Schülerinnen und Schüler sollen über Distance Learning unterrichtet werden.» Aber wie funktioniert das überhaupt? Hat Österreich die Infrastruktur dafür?

Home-Office in China

China war das erste Land, dass vom Coronavirus betroffen wurde. Homeoffice ist in China keine große Sache. Die Dingding-App von Alibaba ist ein großes Social Network für Unternehmen und zählt über 200 Millionen Einzeluser und 10 Millionen Firmenuser. Die App bietet von der Zeiterfassung über Kalender, selbstlöschende Chats bis hin zur Videokonferenz alle Funktionalitäten und ist überdies kostenlos. Der Login und Logout erfolgt über GPS und bietet der Unternehmerin und dem Unternehmer eine gute Kontrollmöglichkeit.

Chancen und Risiken abschätzen

Österreich ist davon noch weit entfernt. Hier sind es die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach wie vor gewohnt viele Arbeiten direkt in der Firma zu erledigen. In Zeiten von Corona kann sich dies jetzt sehr schnell ändern und viele Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer aber auch Unternehmerinnen und Unternehmer sind gezwungen sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen.

Das bedeutet einerseits sich Gedanken über die Chancen der Digitalisierung zu machen, andererseits auch die Risiken abzuschätzen. Die österreichischen Netze sind auf den plötzlichen Ansturm gerüstet, versichert die Telekommunikationsbrache. Einen Engpass könnte es jedoch bei den VPN-Zugängen einzelner Unternehmen geben und hier ist derzeit auch eine Aufstockung nur sehr begrenzt möglich, da viele Frequenzen auch fix vergeben sind. Über dieses virtuelle, private Netzwerk hat man Fernzugriff auf Daten und Programme im Firmennetzwerk, welche man sonst nur im Intranet nutzen könnte. Datenschutz ist in Europa und speziell in Österreich ein wichtiger Begleiter. Gerade bei sensiblen Firmendaten sollte darauf auch genug Acht gelegt werden.

Jörg Treiber

Coronavirus die Pandemie des Jahres 2020

Keine/r hat sich den Anfang dieses Jahres so vorgestellt, keine/r dachte, dass ein Virus auf diese gewaltige Art und Weise ausbrechen würde, sodass wir nur zuhause bleiben müssten und uns Gedanken machen, ob wir jemanden infiziert haben, oder vielleicht selbst infiziert sind. Aber wie man sagt „Vitae domini impercaptae sunt!“ (Die Wege Gottes sind ergründlich!)

Das Coronavirus, COVID-19 oder Coronavirus disease 2019 ist eine Infektionskrankheit, die durch schweres akutes Atemwegssyndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) verursacht wird.[1]

Das Virus wird vor allem über Tröpfchen per Luft oder durch Berührung übertragen und kann mit Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden einhergehen.[2] Fallweise kann sich eine Lungenentzündung, schweres akutes Atemwegssyndrom oder Nierenversagen entwickeln, die fatale Folgen auf ältere und immungeschwächte Personen haben können.[3]

Es gibt keine Hinweise, dass das Virus durch Handelswaren übertragen wird. Wenn man aber in die Hand hustet oder niest und dann eine Türklinke, sein Handy oder andere Person anfasst, so kann das Virus theoretisch übertragen werden.[4]

Die Coronaviren verursachen nicht zum ersten Mal eine Pandemie. Vertreter der Familie der Coronaviren können bei einer Reihe von Wirbeltieren wie Säugetiere, Vögel und Fischen Erkrankungen verursachen.[5]

Im Jahr 2002/2003 ausgehend von China wurde die Zibetkatze als „Wirt“ identifiziert.[6] Im Jahr 2012 war es das Dromedar und im Dezember 2019 haben die Gesundheitsbehörden eine gemeinsame Verbindung der erkrankten Patienten auf einem Markt für Meeresfrüchte und exotische Wildtiere (Füchse, Krokodile, Schlangen, Pfaue) in Wuhan City beobachtet.[7]

Viren zirkulieren teilweise schon lange in Tieren, ohne dass sie sie krank machen.[8] Das Virus und der Wirt sind aneinander angepasst, sie koexistieren. Durch eine Mutation kann der Erreger in der Lage sein einen Menschen zu infizieren.[9] Es ist ein Zufallsprinzip und das Virus kann in den menschlichen Zellen eindringen und sich dort vermehren.

Kurz, nachdem es übergesprungen ist, ist das Virus allerdings noch schlecht an den Wirt angepasst. Entweder wird es gleich von unserem Immunsystem erkannt und ausgerottet, oder es überwältigt unsere Schutzmechanismen und macht uns krank – wie in der jetzigen Situation Covid-19.[10]

Mehr sachliche Informationen und Tipps, wie du dich davor schützen und am besten deine Quarantänezeit verbringen kannst, werden wir dir demnächst vorstellen. Heute fangen wir mit dieser Tabelle an![11]

 

 

Schau auf dich, schau auf mich! Bleib zuhause!

Desislava Manolova

 

[1] Gabler Wirtschaftslexikon: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/covid-19-122147

[2] Mehr unter AGES: https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/

[3] Mehr: AGES

[4] Mehr: AGES

[5] Mehr AGES

[6] Mehr AGES

[7] Mehr AGES

[8] Luka Cicin-Sain in Tagesspiegel, online unter: https://www.tagesspiegel.de/wissen/coronavirus-kam-vom-tier-es-ist-nur-die-frage-wann-wieder-ein-virus-auf-den-menschen-ueberspringt/25493426.html

[9] Mehr im Tagesspiegel

[10] Mehr im Tagespiel

[11] Die Tabelle stammt aus: https://www.oesterreich.gv.at/

FCG-Jugend und Vereinsinitiative fordern mehr Unterstützung für ehrenamtliche Arbeit

Anlässlich des heutigen „Internationalen Tag des Ehrenamtes“ fordert die Junge Christgewerkschaft (FCG-Jugend) gemeinsam mit der Initiative „Rettet die Vereinsfeste“ mehr Unterstützung für ehrenamtliche Arbeit. Ein entsprechender „7-Punkte-Forderungskatalog“ wurde deshalb ausgearbeitet. Das Freiwilligen- und Vereinswesen soll etwa durch eine bessere Einbindung und Koordination oder eine gemeinsame Interessensvertretung gestärkt werden. Jüngsten Erhebungen aus dem heurigen Jahr 2019 zufolge, engagieren sich rund 3,5 Millionen Menschen ehrenamtlich in unserem Land.

„Österreichs Ehrenamtliche leisten ungefähr 14 Millionen unbezahlte Arbeitsstunden für unsere Gesellschaft. Um dieses bemerkenswerte Engagement aufrechtzuerhalten muss die Politik auch entsprechende Rahmenbedingungen schaffen. Als Junge Christgewerkschaft setzen wir uns auch gemeinsam mit der Vereinsinitiative für entsprechende Verbesserungen auf der Basis unseres 7-Punkte-Forderungskatalogs ein. Dazu gehören etwa ein entsprechendes Ehrenamtsgütesiegel und die Schaffung einer kostenfreien Rechtsberatungsstelle“, so Thomas Rack, der Bundesvorsitzende der FCG-Jugend.

Seit einer Anzeigenwelle gegen Vereinsfeste, im Jahr 2015 macht sich die burgenländische Initiative „Rettet die Vereinsfeste“ für die Anliegen von Ehrenamtlichen stark. In den Folgejahren wurden schließlich wichtige Reformen umgesetzt, welche jedoch aus der Sicht der Initiative nicht ausreichend sind. „Unser Freiwilligen- und Vereinswesen muss endlich nachhaltig zukunftsfit gemacht werden. Um diesen Eckpfeiler unserer Gesellschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln, braucht es politische sowie staatliche Anerkennung. Ziel muss es sein, insbesondere die Selbstgestaltungs-und Selbstorganisationsfähigkeit zu erhöhen. Hierfür gilt es auch die Kräfte der Verbände und Vereine aus den verschiedensten Bereichen innerhalb einer anerkannten Interessensvertretung zu bündeln und das Vereinsministerium aufzuwerten. Darüber hinaus sollten die Feuerwehr und die Rettung österreichweit beim Kauf von Einsatzfahrzeugen von der Umsatzsteuer befreit werden, was bisher leider nur in Einzelfällen der Fall ist“, hält Sascha Krikler, der Initiator der Initiative „Rettet die Vereinsfeste“, fest.

Der gemeinsame „7-Punkte-Forderungskatalog“ der FCG-Jugend und der Vereinsinitiative beinhaltet:

1.) Installierung einer anerkannten gemeinsamen Interessensvertretung für Freiwilligenorganisationen und Vereine mit einem „Parlament der Ehrenamtlichen“ am „Tag des Ehrenamtes“ zur Förderung des Dialogs mit der Politik
2.) Verstärkte Einbindung von Freiwilligenorganisationen und Vereinen in den Gesetzgebungsprozess über einen neuen überparteilichen Beirat auf der Ebene der Bundes- und Landespolitik
3.) Einrichtung einer österreichweit kostenfreien Rechtsberatungsstelle
4.) Aufwertung des Vereinsministeriums und mehr Zusammenarbeit mit den Gemeinden
5.) Bundessweite Umsatzsteuerbefreiung für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und der Rettungsorganisationen
6.) Bewusstseinsbildung für ehrenamtliche Arbeit bereits in der Schulzeit regelmäßig forcieren
7.) Erhöhung der Wertschätzung für ehrenamtliche Funktionsträger durch ein Ehrenamtsgütesiegel

FCG-Jugend: Thomas Rack wurde als Vorsitzender wiedergewählt

In der Riverbox in Wien fand der Bundestag der Jungen Christgewerkschaft (FCG Jugend) unter dem Motto „Umwelt 4.0“ statt. Zahlreiche junge Christgewerkschafterinnen und Christgewerkschafter aus den verschiedenen Bundesländern und Gewerkschaften waren zusammengekommen, um den Weg für die nächsten Jahre festzulegen. Dabei wurde Bundesvorsitzender Thomas Rack in seinem Amt bestätigt.

„Wir haben in der letzten Legislaturperiode viel erreicht und die FCG Jugend positiv weiterentwickelt. Insbesondere die Rettung des Jugendvertrauensrates war ein Riesenerfolg für unsere Organisation. Mein engagiertes Team und ich werden diesen Erfolgsweg fortsetzen und uns auch künftig konstruktiv sowie zielstrebig für die Anliegen der jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stark machen“, hält Rack fest. Der wiedergewählte Bundesvorsitzende aus Niederösterreich erhielt 97,5 Prozent der Delegiertenstimmen. Als seine künftigen stellvertretenden Bundesvorsitzenden fungieren Desislava Manolova, Sascha Krikler, Kevin Überegger, Marcel Mikysek und Robert György – die einstimmig gewählt wurden.

Im Zuge des Bundestages wurde auch ein umfassender Leitantrag verabschiedet und damit auch die inhaltliche Weichenstellung für die Zukunft festgelegt. Die FCG-Jugend spricht sich darin etwa gegen eine Lehre im Pflegebereich oder für einen faireren Welthandel aus. Darüber hinaus wurde auch eine umfassende Klimaschutz-Resolution im Sinne der ökosozialen Marktwirtschaft beschlossen. Dazu gehören unter anderem eine Stärkung unserer lokalen Märkte sowie von regionalen Produkten, der Schutz unserer Landwirtschaft und Wirtschaft oder auch die Einführung eines Qualitäts- und Regionalitätsbonus sowie eines Produktionsausgleichs.

Der FCG-Bundesvorsitzende und ÖGB-Vizepräsident Dr. Norbert Schnedl sorgte im Zuge seines politischen Referats für spannende Inputs. Dabei verwies er auch auf die größeren Erfolge der FCG in den letzten Jahren, etwa der Einführung des Familienbonus. JVP-Wien-Landesobmann und Nationalratsabgeordneter Nico Marchetti bedankte sich in seinen Ausführungen für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Unter den zahlreichen weiteren Gästen waren unter anderem auch die JVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner oder der Schülerunion-Bundesobmann Sebastian Stark.

Josef Riegler und Jugendvertreter fordern Schulterschluss für eine ökosoziale Wende

Heute fand in Wien der Ökosoziale Zukunftsdialog mit Josef Riegler statt. Dabei kam es zu einem umfangreichen Austausch von Jugendvertretern aus verschiedenen Jugendorganisationen über die bestmögliche Umsetzung der Ökosozialen Marktwirtschaft. Darunter waren neben der Jungen Christgewerkschaft, zahlreiche andere Jugendorganisationen und Studenten- sowie Schülervertreter. Diese waren sich einig, dass es einen überparteilichen Schulterschluss und mehr Engagement für eine ökosoziale Wende braucht.

Neben dem ehemaligen Vizekanzler und Begründer der Ökosozialen Marktwirtschaft Josef Riegler, zeigten das Ökosoziale Forum und das Institut für Umwelt Frieden und Entwicklung (IUFE) mögliche Ansätze auf und lieferten im Verlaufe des Zusammentreffens auch zahlreiche inhaltliche Inputs. „Um die ökosoziale Wende zu verwirklichen braucht unsere Welt nachhaltige mutige Handlungen zur Verwirklichung von großen Visionen. Entscheidungen für die Zukunft müssen langfristig partei- und staatsübergreifend getroffen werden, unter einer möglichst großen Einbindung aller gesellschaftlichen Akteure“, so Riegler. Einige Jugendorganisationen haben derzeit zukunftsweisende Aktionen mit dem Schwerpunktthema Nachhaltigkeit laufen.

Die FCG-Jugend verwies dabei auf die gegenwärtige Kampagne „Umwelt 4.0“, die an die Kampagne „Arbeit 4.0“ anknüpft. „Der ökologische Faktor, wird neben dem digitalen Umbruch, unsere Arbeitswelt nachhaltig verändern. Wir müssen daher bestmögliche Voraussetzungen für die kommenden Jobs der Zukunft schaffen und unsere Wirtschaft in Einklang mit der Umwelt und Sozialem weiterentwickeln“, erklärt FCG-Jugend-Bundesvorsitzender Thomas Rack. Auch künftig will die Junge Christgewerkschaft Synergien mit anderen Organisationen beim Thema Nachhaltigkeit verstärkt nutzen. „Eine ganz besondere Rolle spielt auch die Agenda 2030 mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, weshalb wir auch Mitglied bei SDG Watch Austria sind“, betont Denis Strieder, der Generalsekretär der FCG-Jugend. In diesem Sinne unterstützt die FCG-Jugend das Klimavolksbegehren.

„Der Klimawandel ist in verschiedensten Bereichen vermehrt spürbar. Nur gemeinsam, durch eine intensivere Zusammenarbeit und mit mehr Mut können wir die bevorstehenden Herausforderungen meistern. Daher braucht es einen möglichst breiten Schulterschluss und ein verstärktes Engagement von der kommunalen bis zur internationalen Ebene“, hält Zukunftsdialog-Initiator Sascha Krikler fest, der auch Mitglied im Bundesvorstand der Jungen Christgewerkschaft ist. Der Koordinator des Burgenländischen Kommunalrates hat mit der FCG-Jugend zudem im Vorjahr die Plattform „Ökosozial & Regional“ ins Leben gerufen, um den Dialog zwischen Experten und Gemeindevertreter zum Thema Nachhaltigkeit zu forcieren mit dem Ziel innovative Ideen sowie den lebendigen Austausch auf kommunaler Ebene zu fördern.

Women’s Day oder die Geschichte der Arbeitnehmerinnenbewegung

Feminismus oder so?

Im Digitalen Wörterbuch der Deutschen Sprache (DWDS)[1] findet man folgende Definition über Feminismus: Strömung(en) und Bewegung(en), die auf der kritischen Analyse von Geschlechterordnungen für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintreten.

Klingt gut, nicht wahr?

Mir gefällt auch die Erklärung des Begriffes der UN-Sonderbotschafterin für Frauen- und Menschenrechte, Emma Watson Im Feminismus geht es darum, Frauen eine Wahl zu geben. […]. Es geht um Freiheit, um Befreiung und um Gleichberechtigung.[2]

Alles positive Begriffe, aber wieso ist es schwer umsetzbar?

Frauen kämpfen mittlerweile schon seit dem 19. Jahrhundert mit diesen Hürden. Zentrale Themen waren damals bessere Arbeitsbedingungen, gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, Arbeitszeitverkürzung ohne Löhnkürzung, Festsetzung von Mindestlöhnen, Mutterschutz und Schwangerschaftsabbruch.[3]

Irgendwie vertraut, oder?

Einiges haben wir schon umgesetzt, aber viel davon auch nicht. Als Gewerkschafterin setze ich mich für diese gewünschte Gleichbehandlung in jeder Hinsicht ein – sei es Löhne oder Rechte. Aus welchem Grund versucht man mich schlechter zu positionieren? Etwa weil ich weiblich bin?

Warum schreibe ich genau heute darüber? Weil heute der internationale Frauentag ist! Habt ihr gewusst, dass der erste gefeierte Woman’s[4] Day genau vor 110 Jahren in den USA gejubelt wurde?[5] Österreich, Deutschland, Dänemark und Schweden waren die nächsten, die den Feiertag der Demonstrationen im Jahr 1911 ehrten. Sechs Jahre später wurde der Tag durch die riesigen Demos seitens russischer Frauen zum Feiertag ernannt. Bis heute wird der Tag in mehr als 100 Ländern gefeiert!

  [6]

 

Ich persönlich gehe nicht auf die Straße und protestiere nicht, aber dafür setze ich mich in persönlichen Gesprächen mit den Problemen auseinander. Der Beginn ist immer schwierig, aber es lohnt sich meistens. Einige (wie ich) schreiben Artikel, sprechen die Probleme an, rebellieren oder streiten sogar. Wenn das der Weg zum Erfolg ist, dann gehe ich ihn an! ­

Mach du auch mit!

 

Desislava Manolova

 

[1] Online unter: https://www.dwds.de/d/wb-dwdswb.

[2] Sill, Tamara: https://www.news.at/a/feminismus-8022637.

[3] Mehr unter: https://ooe.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/frauen/internationaler_frauentag/Geschichte_des_Internationales_Frauentags.html.

[4] Bitte beachten, dass die ersten Jahre der WomAn’s Tag gefeiert wurde und erst 1945 auf die plurale Bezeichnung „WomEn’s Day“ geändert wurde.

[5] In University of Chicago: https://iwd.uchicago.edu/page/international-womens-day-history#1909%20The%20First%20National%20Woman’s%20Day%20in%20the%20US

[6] Vgl. University of Chicago

FCG-Jugend rettet Jugendvertrauensrat

Die Bundesregierung wird den Jugendvertrauensrat (JVR) in den Betrieben doch nicht abschaffen. Über ein Jahr führte die Junge Christgewerkschaft intensive Gespräche mit den Entscheidungsträgern auf Bundesebene, jetzt wird dieser Punkt aus dem Regierungsprogramm genommen. Die zahlreichen Gesprächsrunden fanden unter der Leitung von FCG-Jugend-Bundesvorsitzenden Thomas Rack und FCG-Jugend-Generalsekretär Denis Strieder statt. Die Anlaufstelle für Jugendliche in den Betrieben bleibt somit erhalten.

FCGJ-Vorsitzender Thomas Rack und Bundeskanzler Sebastian Kurz (BKA)

„Jugendvertrauensräte nehmen als gesetzlich geregelte Vertretung eine wesentliche Vermittlungsrolle zwischen den Lehrlingen und den Arbeitgebern. Es freut uns, dass wir nach intensiven Gesprächen zwischen der FCG-Jugend und Regierungsvertretern die Abschaffung abwenden und die Bundesregierung von der Wichtigkeit dieser Anlaufstelle überzeugen konnten. Der unermüdliche Einsatz bei unzähligen Terminen hat sich bezahlt gemacht. Ein besonderer Dank gilt auch dem ÖAAB und der Jungen ÖVP für deren Unterstützung in dieser wichtigen Angelegenheit“, freuen sich FCG-Jugend-Bundesvorsitzender Thomas Rack und FCG-Jugend-Generalsekretär Denis Strieder. Ab fünf Jugendlichen im Betrieb ist eine JVR-Wahl möglich. Unter der Leitung des Bundesvorsitzenden Thomas Rack wurden im vergangenen Jahr wurden etwa intensive Gespräche mit dem Bundeskanzleramt, dem Vizekanzleramt, zuständigen Ministerien, der Wirtschaftskammer sowie weiteren Regierungsvertretern geführt. Neben dem Erhalt der Schnittstelle wird auch das Wahlalter bei den Betriebsratswahlen von 16 auf 14 gesenkt, womit die Jugend künftig auch mehr Mitspracherecht erhalten wird.